Air Berlin hat einen Flugbegleiter der mit seinen witzigen Sicherheitshinweisen über Nacht zum Youtube-Star wurde. Das Video wurde nicht nur bis heute über 260.000 mal angesehen, das Feedback war überwältigend, weil halt einfach der Airberlin-Flugbegleiter namens Bernd Löwisch die Durchsage inhaltlich korrekt, aber mit seiner ganz eigenen Interpretation und mit Charme und Witz den Fluggästen näher brachte.

Hier nochmal das Video von  AirBerlin Flugbegleiter Bernd Löwisch in voller Länge:

Eigentlich sollte sich AirBerlin glücklich schätzen, so einen Flugbegleiter zu seinen Mitarbeitern zählen zu können, denn wenn „anders sein als andere“ in der heutigen Welt ein Erfolgsgarant sein kann, dann hätten die Ansagen von Flugbegleiter Bernd Löwisch sicherlich auf das in letzter Zeit nicht gerade positive Bild von AirBerlin, ein positives Signal ausstrahlen können – allerdings machten sich sehr schnell negative Signale über die Social-Media-Kanäle breit.

Es machte das Gerücht von Abmahnung, von Jobverlust aufgrund dieser Durchsage die Runde, und schnell wurde eine eigene Facebook-Seite unter dem Namen „Flugbegleiter mit Stil“ ins Leben gerufen.

Und was macht AirBerlin?

Zunächst gar nichts – selbst die unzähligen Kommentare auf der eigenen Facebook-Seite blieben unkommentiert bis sich der Konzern am späten Donnerstag Nachmittag (29.05.2014) dann doch dazu entschloss eine kurze Stellungnahme abzugeben:

Spät, aber gerade noch so einigermaßen rechtzeitig bevor die Welle mit voller Wucht auf das Unternehmen eingeprasselt wäre beschwichtigt AirBerlin nun die eigenen Facebook-Fans mit der Tatsache dass zwar ein Gespräch mit dem Flugbegleiter geführt wurde, weil „Eine von diesen Standards deutlich abweichende Ansage kann zu Sicherheitsrisiken führen“ – aber Flugbegleiter Bernd Löwisch seinen Arbeitsplatz behalten wird und weiterhin „für angenehme Aufenthalte an Bord sorgen wird“.

Was dies nun für die Zukunft von Flugbegleiter Bernd Löwisch heisst, werden die kommenden Wochen und somit die kommenden Sicherheitshinweise zeigen – womöglich ist „anders sein als andere“ hier nicht mehr „gewünscht“, was allerdings im Kern der Sache widersprüchlich ist, da gerade die Sicherheitshinweise an Bord eines Flugzeugs immer wieder die Airlines vor das Problem stellen, dass diese Hinweise nicht mehr wahrgenommen bzw. angehört/angesehen werden.

Air New Zealand’s etwas andere  Sicherheitshinweise

Erst vor kurzem hat Air New Zealand anläßlich des 50. Jubiliäums der US-Swimsuite-Issue “Sports Illustrated” einen Videoclip für die Sicherheitshinweise vorgestellt der es in sich hat. Die jährliche Swimsuite-Ausgabe der „Sports Illustrated“, in der vor allem Models in Badeanzügen gezeigt werden, genießt weltweit Kultstatus und Cristie Brinkley, Ariel Meredith, Chrissy Teigen, Hannah Davis und Jessica Gomes – mit Traumkörpern in knappen Bikinis – sind wahre Hingucker!

Die Models präsentieren nun für Air New Zealand im Videoclip „Safety in Paradies“ an einem Traumstrand unter Palmen die Sicherheitshinweise auf eine neue und ganz andere Art und Weise – und die Fluggäste sind begeistert und schauen sich die (notwenigen) Sicherheitshinweise wieder gerne an!

Also doch „anders sein als andere“ als Erfolgsrezept?

Nun – anscheinend hat Air New Zealand einfach eine andere Auffassung bei diesem Thema und bereits erkannt dass Sicherheitshinweise welche deutlich von gewissen Standards abweichen eben nicht zu Sicherheitsrisiken führen kann.

Social Media als Chance für positives Online Marketing:

Allerdings zeigt dieses AirBerlin Beispiel deutlich dass „anders sein als andere“ sicherlich eine Chance sein kann – auch um sein Image gerade über Social-Media deutlich zu verbessern – es wäre mit dem Hype über das Youtube-Video von Flugbegleiter Bernd Löwisch doch ein leichtes gewesen dass ganze marketingtechnisch auszubauen – Bernd Löwisch vielleicht noch mit in das Marketingkonzept einzubinden – einen weiteren Clip zu produzieren – die Marke in einem anderen, frischen und vielleicht neuen Bild erstrahlen zu lassen und mit diesem Video positive Signale zu setzen – allerdings hätte man dazu nicht nur Mut benötigt, sondern auch den Willen „anders sein als andere“ umsetzen zu wollen.

Was bleibt? mein Fazit:

Was geblieben ist von dem ganzen Hype (260.000 Video-Aufrufe) ist eine lapidare und wenig stimmungsvolle Stellungnahme auf der AirBerlin Facebook-Seite die nur und ausschließlich die lesen können, die diese Facebook-Fanseite von AirBerlin „geliked“ haben. Sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings ob der Möglichkeiten die aufgrund des Hypes vorhanden wären, bleibt aktuell sehr viel Potential ungenutzt und die Welle die sich über die Social-Media-Kanäle aufgebaut hat verebbt ohne positive Signale seitens AirBerlin – schade eigentlich!

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Hallo lieber Leser, ich schreibe in diesem Blog über Aktuelles und Interessantes aus dem Themenbereich: WordPress, Schulungen, Onlinemarketing und Social Media Marketing für Autohäuser. Meine Qualifikationen: zertifizierter Online-Marketing-Manager (macromedia), zweifach ZdK-zertifizierter Automobilverkäufer (BMW, Mercedes) mit über 16 Jahren Berufserfahrung, Ausbildung zum Verkaufsleiter (BMW), Coach für Nachwuchsverkäufer innerhalb der ZdK-zertifizierten Ausbildung. Als Dozent für Onlinemarketing bin ich u.a. bei der Macromedia-Akademie, München tätig.